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Wie entstand der Frauenritualkreis Frankfurt?

Wie entstand der Frauenritualkreis Frankfurt?

 

 

Bevor ich mit ein paar Freundinnen 2003 den Frauenritualkreis Frankfurt gegründet habe, gab es einen langen Vorlauf.

 

 

 

Zunächst lernte ich die Frauenritualkreisarbeit bei Ziriah Voigt kennen, meiner spirituellen Lehrerin, die leider jetzt nicht mehr lebt. Ich ging bei ihr ein paar Jahre in die Lehre, ein Begriff, den sie immer abgelehnt hat, indem ich viele Einzelworkshops bei ihr besuchte: Tarot-Workshops, dann als erstes großes Ritual Schnitterinnen, später Halloween. Ein sehr, sehr eindrückliches Walpurgis-Fest, bei dem wir alle nackt durch den Raum tanzten. Es war unglaublich, was ich alles aus den Workshops von Ziriah Voigt mitnahm. Ich kam immer wieder beseelt und erfüllt von diesen Workshops nach Hause und stellte dann fest: Ja, in meinem Alltag gibt es das nicht, in meiner Kirchengemeinde, in der ich damals noch tätig war, konnte ich das nicht leben parallel. Ich hatte eine prägnante Jahreskarte in dieser Zeit, den Wagen.

 

 

 

Während ich in der Zeit, in der ich zwei spirituelle Pferde parallel vor meinen geistigen Wagen spannte, lernte ich zwei ältere Frauen kennen. Ich traf mich einmal privat mit einer von diesen älteren Frauen, brachte ihr Gebäck mit, es war Mitte Januar, und sagte spontan: „Die weihnachtliche Festzeit geht ja noch bis Lichtmess“ und sie guckte mich erstaunt an und sagte: „Du feierst Lichtmess?“

 

Das war der Anfang zum Einstieg in einen Frauenritualkreis in Frankfurt, den Labyrinthkreis, in dem ich acht Jahre lang war, acht Mal acht Feste erlebt habe und gefeiert habe. Im Laufe der Zeit, in der ich teilgenommen habe, hatte ich jedes Fest einmal selbst durchgeführt und vorbereitet, eine unglaublich lebendige Zeit. Aber ich war in diesem Frauenritualkreis die allerjüngste. Es war ein großer Altersabstand zwischen mir und dem Rest des Kreises. Ich bin, glaube ich, damals so mit 25 oder 28 in diesen Kreis gekommen und alle anderen Frauen waren 50, 55 plus und älter. Dennoch war es eine sehr bewegende Zeit. Ich habe den Labyrinthort in Sachsenhausen sehr geschätzt.

 

 

 

Ich habe es auch sehr geschätzt, wie Yvonne Ford damals als Wächterin des Labyrinths eben das war, was ich heute im Frauenritualkreis Frankfurt bin, die heimliche Hauptamtliche, die rechtzeitig die Termine festlegt, die den Ritualkostenbeitrag eintreibt, die Kasse verwaltet und auch darauf achtet, dass genug Gartenarbeit getan wird. Schon damals ein Problem in diesem Frauenritualkreis: Es musste genug Gartenarbeit getan werden, damit der Garten weiterhin benutzbar war.

 

 

Gegen Ende dieser achtjährigen Zeit lernte ich meinen Mann kennen, der sehr beeindruckt davon war, wie wichtig mir dieser Frauenritualkreis war. Es gab parallel auch einige Veränderungen im Frauenritualkreis: Zwei Frauen verließen den Kreis, die mir sehr wichtig waren, und ich entschied mich, auch zu gehen, weil jetzt der Altersabstand zwischen mir und den verbleibenden Frauen noch größer war. Die mittelalten, mitteljungen Frauen waren gegangen. Es gab ein bewegendes Schnitterinnenfest, in dem wir drei den Abschied vom Ritualkreis feierten.

 

 

 

Ich feierte zwei Jahre als Freifliegende alleine, teilweise mit meinem Ehemann zusammen, weil er diese Tradition kennenlernen wollte, teilweise mit meiner besten Freundin. Ich lernte noch einen Ritualkreis in Hofheim kennen, der aber eine andere Tradition hatte und sich zu jedem Vollmond in einem zauberhaften, sehr wortlosen Ritual traf. Mein Mann wollte meine Ritualtradition kennenlernen. Wir haben ein Jahr lang zusammen alle Feste gefeiert und dann habe ich ihn ehrlich gefragt: „Möchtest du, dass wir jetzt einen gemischten Kreis gründen? Oder reicht es für dich, wenn du ein- zwei Mal im Jahr als Gast dabei bist und möchtest du, dass ich für mich wieder einen Frauenritualkreis gründe?“

 

 

 

Er hat sehr ehrlich geantwortet und überlegt und hat gesagt, dass er unglaublich dankbar war, dass er diesen extrem wichtigen Lebensbereich näher kennenlernen durfte. Wir waren auch damals sehr oft auf Mittelalterfesten. Er ging auch manchmal mit zu den Vollmondfesten und er sagte aber für sich: Er ist nicht gläubig in diesem heidnischen Sinne, und er kann es gut aushalten, wenn ich jetzt wieder einen Frauenritualkreis gründe.

 

 

 

In dem Zusammenhang rückte unsere Hochzeit näher und zwei Frauen aus dem alten Labyrinthkreis erklärten sich bereit, unser Hochzeitsritual durchzuführen, weil für uns beide klar war, es musste ein neuheidnisches Hochzeitsritual sein. Wir waren beide nicht mehr Mitglied in der Kirche. Mein Mann war es nie, ich war es jetzt schon länger nicht mehr. Wir wollten unserer Verbindung nicht nur auf dem Standesamt, sondern auch in einem persönlichen Ritual ein spirituelles Band geben.

 

 

 

Wir besprachen mit zwei Ritualfrauen den rituellen Ablauf und wir übten sogar die Choreografie in unserem Wohnzimmer. Es war wirklich großartig und dann schrieben wir in die Einladung: Wir feiern mit einem keltischen Hochzeitsritual. Bitte behandelt das wie einen Gottesdienst. Kommt also entweder vor dem Ritual und nehmt am Ritual teil oder kommt nach dem Ritual. Das geht von bis (Uhrzeit)! Und kommt bitte nicht mitten im Ritual mit dem Kartoffelsalat und fragt: „Wo ist das Buffet?“ Das wurde respektiert. Wir wünschten uns von allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen das Buffet, denn wir wohnten zu dem Zeitpunkt bereits zwei Jahre zusammen, hatten einen komplett ausgestatteten Haushalt. Nur unsere Vermieter hielten sich nicht dran und machten uns ein ganz zauberhaftes Geschirrgeschenk. Unser Hochzeitsgeschirr, was ich seitdem ausgebaut und erweitert habe und sehr liebe bis heute.

 

 

 

Es kam wie es kommen musste. Ein Teil der Gäste nahm an dem Ritual teil, viele auch aus Neugierde. Waltraud führte es fantastisch durch und am Ende tanzten alle einen großen meditativen Schritttanz, tanzten durch den Saal. Sogar mein älterer steifer Onkel tanzte mit. Und einige sehr katholisch Gläubige sagten hinterher: „Das war doch gar keine richtige Hochzeit.“ Andere sagten: „Meine Güte, wie zauberhaft, wie schön Ihr das gestaltet habt, wie ungewöhnlich!“ Die Meinungen waren geteilt, aber wir hatten ein wundervolles Fest. Wir hatten ein großes fantastisches Buffet. Mein Onkel hatte 15 Flaschen besten Rotweins gespendet, die sehr schnell weg waren. Mein Mann trank begeistert Fassbier und wir saßen dann irgendwann, ich glaube, um 2:30 Uhr nachts, zu Hause auf dem Sofa mit den ganzen Geschenken und dachten: Wir hatten eine traumhafte Hochzeit. Es war wirklich wunderschön!

 

 

Nach der Hochzeit sprachen mich mehrere Freundinnen und Bekannte an, was das denn für eine spirituelle Tradition gewesen sei. Sie waren sehr berührt von dem Ritual. So kam es dann im Februar 2003, wir haben im Herbst 2002 geheiratet, zur Neugründung des Frauenritualkreises Frankfurt mit vier, fünf Freundinnen, die alle aus dem Umkreis vom Chor meines Mannes waren. Gute Freundinnen von ihm und eine sehr gute Freundin von mir, die gemeinsam das Interesse hatten, diese spirituelle Tradition erst mal kennenzulernen und zu wirken. Später kam eine von den älteren Frauen aus dem Labyrinthkreis zu uns herzu, weil sie merkte, dass ihr etwas fehlte jetzt in dem zurückbleibenden Kreis, nämlich die rituelle Tradition, die ich verkörpert hatte und Waltraud verkörpert hatte. Wir waren ja beide weggegangen.

 

 

Das führte leider zu einer gewissen Anspannung und zu ein paar Zerwürfnissen und Unstimmigkeiten zwischen den beiden Ritualkreisen, aber wir integrierten Ursula, unsere alte Ritual-Mutti, sehr gut und später integrierten wir auch einige Junghexen. Zu den besten Zeiten des Frauen-Ritualkreises ging die Altersbandbreite im Ritual-Kreis wirklich von Anfang 18 bis zu 70 Jahren.

 

Das war wirklich eine unglaubliche Zeit, eine unglaubliche Bandbreite. Die Junghexen trugen permanent bei fast jedem Fest schwarz und wollten sich nur äußerst ungern irgendein buntes Tuch umhängen. Ursula, als alte Ritual-Mutti mit Geistheiler-Ausbildung, trug bei fast jedem Ritual weiß und wollte sich auch nur sehr ungern ein buntes Tuch umhängen. Wir dazwischen die Frauen in mittleren oder jüngeren Alters in diesen prachtvollen Farben, je nach Fest variierend. Das war schon eine ganz große Bandbreite.

 

Diese Zeit des Frauenritualkreises Frankfurt habe ich beschrieben in meinem Buch „Frauenritualkreise, ein spiritueller Pfad“. Ich verweise auch gerne auf die ganzen Höhen und Mühen und Tiefen“, weil wir ziemlich schnell gemerkt hatten: so ein selbstorganisierter Frauenritualkreis bedarf einer Pflege, bedarf einer Arbeit. Ich legte meistens recht früh schon im August oder September die Ritualtermine fürs nächste Jahr fest. Nämlich ziemlich genau dann, wenn ich auch die vielen Wochenende-Workshops festlegte, die ich beruflich machen musste. In den jetzt 23 Jahren, durch die dieser Frauenritualkreis gegangen ist, gab es immer wieder Zeiten, in denen Gesine und ich übrig blieben oder Jutta und ich übrig blieben und wir dachten: Mensch, jetzt ist wirklich Schluss, jetzt kommen keine mehr…

 

 

Und dann auf einmal, Walpurgis kam, eine Presseanfrage, und es kamen auf einmal wieder drei Frauen in den Kreis und wir machten weiter. Es war wirklich ein Geschenk und es ist noch heute ein Geschenk. Wir gönnen uns eine frühzeitige Ritualplanung. Wir haben irgendwann 2017 auch einen Ritualkreis Kasse ordentlich eingeführt. Wir haben inzwischen Praxisräume angemietet für die Winterfeste, weil ich es leid war, immer in meinem Wohnzimmer zu feiern. Wir haben die Coronakrise überstanden, weil ich es im Job gewohnt war, permanent Hygienekonzepte zu schreiben.

 

 

Insgesamt sind, glaube ich, bestimmt mehr als 30 oder 35 Frauen inzwischen eine gewisse Zeit im Kreis gewesen. Manche, so wie Gesine und ich von Anfang bis heute, und andere für sieben Jahre, für acht Jahre, für drei Jahre oder auch nur für ein halbes Jahr oder zwei, drei Feste. Es ist einfach eine ganz große Dankbarkeit in mir für diesen Frauenritualkreis, der ja immer noch existiert, für das, dass wir immer noch gemeinsam wirken dürfen, dass wir diese Tradition aufrechterhalten und weitergeben dürfen und dass wir es eben immer noch als non-profit-Film-Angebot machen. Wir machen es weiterhin nur zum Selbstkostenpreis, und in der freien Selbstorganisation mit allen schwierigen basisdemokratischen Bemühungen, die dazugehören:

 

 

 

Lange Jahre war Jutta die Hüterin des Gartens. Inzwischen ist Hedi die Hüterin des Gartens und es ist immer wieder wichtig, sich auch um den Ort zu kümmern, auch um den Garten zu kümmern und diese Wesenheiten des Ortes zu ehren, aber eben auch die Hecken zu schneiden und all diese Dinge, die mit einem großen schönen Garten zusammenhängen.

 

Wenn du den Frauenritualkreis Frankfurt kennenlernen möchtest, nimm gerne Kontakt mit mir auf. Wir nehmen im Moment gerne wieder neue Frauen auf. Im Moment ist die Altersbandbreite im Ritualkreis zwischen der Jüngsten, die 40 ist, und der Ältesten Person, die bald 75 wird. Das nächste Ritualtreffen ist Schnitterin, Korn und Kräuterernte, am 2.8.2026.

 

Schreibe mir eine Email und dann telefonieren wir und vereinbaren ein Kennenlerntreffen! [email protected]

 

 

 

Du kannst auch gerne mein Buch dazu lesen: „Frauenritualkreis – ein spiritueller Pfad“, das du direkt hier im Tredition-Verlag oder bei Amazon bestellen kannst. Ich verkaufe hier bewusst über den Shop keine Bücher, weil mir das Schwierigkeiten mit Kleingewerbe machen würde. Ich freue mich sehr, wenn du auch deine eigenen Erfahrungen mit Frauenritualkreis-Arbeit hier in die Kommentare schreibst.

 

 

Heute bin ich selbst "Hexenmutti", wie einige meiner ehemaligen Junghexen mich heute liebevoll nennen!

Wenn Du lernen willst, wie Du einen Frauenritualkreis gründest oder über viele Jahre am Laufen hältst, kannst Du ebenfalls mein Buch lesen oder mich anschreiben wegen eines spirituellen Coachings. Ich begleite sehr gerne Frauen auf diesem Weg, so wie mich meine Hexenmuttis und meine Lehrerinnen begleitet haben.